Schnellmannshausen - das handballverrückte Dorf
Mit der Gründung des Turnerhundes "Gut Heil" 1891 gab es in unserem Ort erstmals organisierte sportliche Betätigung. Entfernungsbedingt fanden Riegenvergleiche meist mit unmittelbaren Nachbargemeinden statt. Während der Kriegsjahre ruhte der Turnsport. Am 24. 7. 1921 feierte der Turnerbund 1891 das 30-jährige Stiftungsfest mit Fahnenweihe.

Turnerbund 1921 anlässlich des 50 jährigen Siftungsfestes mit Fahnenweihe am 24.7.1921
In den Wettkampfjahren vor dem 2.Weltkrieg machten besonders die Wettkämpfer Karl Hopf und Christian Böhm auf sieh aufmerksam. In den Nachkriegsjahren begann man wieder mit dem Turnen im Saal des Gasthauses "Zum Löwen".
Doch im Jahr 1949 wurde mit der Gründung der Sportgemeinschaft Schnellmanns hausen - Sektion Handball der Turnsport verdrängt. Mit dem Vereinsvorsitzenden Robert Müller startete man als Neueinsteiger in dieser Sportart noch im selben Jahr zum Punktspielbetrieb des Kreises. Austragungsort der Heimspiele war vorerst der Sportplatz Treffurt.
Erst durch kräftezehrende Handarbeit von 1950 bis Frühjahr 1953 konnte eine orts- nahe handballgerechte Spielfläche im eigenen Ort geschaffen werden.

Erste Einsätze zum Sportplatzbau 1950
Vorausgegangen waren heftige Meinungsverschiedenheiten der damaligen Dorfoberen über den Standort des Schnellmannshäuser Sportplatzes. Streitpunkt war, dass der traditionelle Festplatz des Ortes im Heldratal mit seinen Schattenspendenden Bäumen dieser Baumaßnahme weichen musste.
Doch durch sich schnell einstellende Erfolge im Jugendspielbereich wurden auch die härtesten Kritiker von der Richtigkeit der Entscheidung überzeugt. Von 1952 bis 1957 wurden mehrere Kreismeistertitel nach Schnellmannshausen geholt, und im Jahr 1958 gelang der Aufstieg zur Jugend-Bezirksklasse.
In diesen Jahren wurden im Jugend- und Männerbereich auch so genannte "Inter Zonenspiele" ausgetragen. Gegner waren die hessischen Vereine Grebendorf und Heldra. Doch die freundschaftlichen Beziehungen zwischen Vereinen aus Ost und West wurden vom DDR-Staat nicht gern gesehen und ab 1958 unterbunden.

Unsere mannschaft zum Interzonenspiel 1957 in Grebendorf
von links, stehen: Herbert Scholz, Winfried Nowak, Erich Fischer, Walter Luhn, Hubert Lüdicke, Arno Hendrich, K-Heinz Hopf, Josef Scholz, Walter Müller, nieend von links: Helmut Fischer , Walter Mühl, Robert Müller.
Die Sportgemeinschaft Schnellmannshausen wurde im Jahr 1959 in BSG Motor! Nord Schnellmannshausen ! Eisenach umbenannt.
Die Betriebssportgemeinschaft bestand nun aus Eisenacher Keglern und Schnellmannshäuser Handballern.
Die mit dem VEB Kraftverkehr Eisenach abgeschlossene Patenschaft brachte dem Verein wirtschaftliche Sicherheit und damit auch neuen sportlichen Elan. Nach 3 Titelgewinnen im Männerkreisbereich kam 1964 der Aufstieg zur Feldhandball Bezirksliga Erfurt. 1966 wurde hier mit einem 2. Platz die beste Platzierung erreicht.

Erfolgreiche Feldhandball Mannschaft von 1966. Vizemeister der Bezirksliga Erfurt.
Ab dem Jahr 1960 wurde im gesamten Nachwuchsbereich des damaligen DHV nur Kleinfeld-Handball gespielt. Von 1965 an zeichnete Sportfreund Karlheinz Wagner zwanzig Jahre lang für den gesamten Nachwuchsbereich der BSG verantwortlich.
Ab 1968 wurde in der DDR kein Feldhandball mehr gespielt.
In dieser Zeit wurden durch die Schnellmannshäuser bei Kinder- und Jugendspartakiaden 7 Gold-, 28 Silber- und 18 Bronzemedallilen errungen.
Ab 1968 wurde in der DDR kein Feldhandball mehr gespielt. Jedoch auch im Hallenhandball behaupteten sich unsere Aktiven. 1972 steht ein 2. Platz in der Hallen Handball-Bezirksliga der Männer als eine der besten Platzierungen zu Buche. Die Abwicklung eines regelmäßigen Trainigsbetriebes für alle Altersklassen in der 1970 erbauten Schulturnhalle im Ort beeinflusste die Entwicklung des Handhallsports sehr positiv. Auch Freizeitsport hat in ihr eine Heimstätte gefunden.
In all den Handballjahren musste nach schwächeren Serien und den daraus resultierenden Abstiegen 3 mal ein Neubeginn aus der Kreisliga gestartet werden. Jedoch gelang immer wieder der sportliche Aufstieg in die höchste Spielklasse des Bezirkes aus eigener Kraft.
Mit Amtsantritt des jetzigen Trainers der 1. Männermannschaft, Peter Noll, vor der Saison 1997/1998 wurde die damals überalterte Mannschaft radikal verjüngt und 8 neue Spieler integriert. Ein Großteil der jungen Spieler stammt aus der erfolgreichen Jugendmannschaft des Nachwuchstrainers Bruno Müller.
Die Saison 1999/2000 war eine Besondere in der 50-jährigen Vereinsgeschichte. In der neu errichteten ?Normannstein-HalIe? in Treffurt kamen Spieler und Zuschauer nach 32 Jahren wieder in den Genuss von Punktspielen mit Heimspiel- charakter. Die junge SGS-Truppe startete als Aufsteiger in diese Saison und erreichte den 4. Platz in der Verbandsliga. Während dieser Serie wurde Sportfreund Peter Krause für eine wahrscheinlich einmalige Leistung geehrt. Er feierte sein 25-jähriges Jubiläum als Torwart der 1. Männermannschaft.
Unter Führung des neuen Vereinsvorsitzenden Peter Krause und des seit 1990 wirkenden Schriftführers Bruno Fischer, dem früheren Oberligaspieler, startete die SGS mit 6 aktiven Mannschaften in die Saison 2000/2001 - erstmals in der Vereinsgeschichte mit 3 Männerteams.
Nach 50-jähriger Vereinsgeschichte können wir auf eine stolze sportliche Bilanz verweisen. Die SGS spielte nur 2 Jahre Kreisklasse, 22 Jahre Kreisliga, 26 Jahre Bezirksliga Bezirksklasse (Verhandsliga/Verbandsklasse A).
Wir hoffen nun gemeinsam auf ein weiteres erfolgreiches halbes Jahrhundert für unsere Sportgemeinschaft Schnellmannshausen?.






